pop
Er spielte Mozarts Klarinettenkonzert und wäre eigentlich ein Kandidat für die Musikhochschule gewesen. Stattdessen packte der junge Singer/Songwriter direkt nach der Matur die Koffer und verabschiedete sich nach England, um an seiner eigenen Musik zu arbeiten. Inspiriert von persönlichen Erlebnissen und der Tristesse des englischen Winters sind in dieser Zeit nun Stücke entstanden, in welchen sich das grosse Glück nur selten zeigt. So stehen bei „Bristol Temple Meads“, dem Song über Bristols Hauptbahnhof, nur gerade zwei Geleise und die fehlende Zeit zwischen der perfekten Liebesgeschichte. Und auch auf „Dancing Shadows“, dem Titeltrack der neuen EP, überwiegt die Erkenntnis, das sich das einst Neue und für Unvergänglich gehaltene irgendwann in tanzende Schatten auflöst. Doch wer nun eine hochtraurige Platte erwartet, wird enttäuscht: Trotz allem überwiegt die Hoffnung, schleichen sich auch beinahe fröhliche Töne ins Songmaterial. Und so singt man beim eingängig funkigen Refrain von „Get Away“ nur zu gerne mit – im leisen Glauben daran, dass es doch noch irgendwie gut kommen könnte.
www.davidemanuel.ch
hiphop-beats, dubtechno, ambient und electronica
Man könnte meinen, Inner Science sei, auch wenn nur entfernt, irgendwo mit DJ Krush verwandt. Der intelligente und freche kleine Cousin, der sich bestehenden Ideen annimmt und es wagt, diese gar weiter zu entwickeln. Bereits seit einem guten Jahrzehnt haut der aus Japan kommende Produzent Releases raus, stets im Spektrum von abstrakten Hiphop-Beats, Dubtechno, Ambient und Electronica umherschlingernd. Ihn irgendwelchen fixen Sparten zuzuordnen ist unmöglich, da diese erst noch erfunden werden müssten. Einer seiner richtig grossen Würfe ist beispielsweise das gemeinsame Album mit Disc System, welches sich schlicht und einfach «Disc System Meets Inner Science» nennt. Tipp!
Bei seinem ersten Europa-Besuch schaut er auch im Rössli vorbei, um uns seine Ideen von angenehm vertrackten Konstruktionen aus verschiedenen Rhythmen und wuchtigen Bässen näher zu bringen.
http://soundcloud.com/plainmusic

Hard Rock/Garage
Popsongs können innerhalb von zwei Minuten alles sagen und die Welt erklären. Daran hat die Popgeschichte nichts geändert. Dafür werden Bandnamen und Plattentitel heute so beziehungsreich gewählt, dass man nicht fertig wird, darüber nachzudenken.
Vor zehn Jahren gründeten sich in Los Angeles die Lords Of Altamont aus ehemaligen Musikern der Fuzztones und der Cramps. Beim Festival in Altamont hatte der Pop vor 42 Jahren seine Unschuld eingebüßt, als Rocker der Hells Angels für die Rolling Stones als Ordnungshüter anheuert worden waren und einen Konzertbesucher töteten.
Die Lords Of Altamont veröffentlichten ihre ersten Aufnahmen für eine Firma namens "Sympathy For The Record Industry". Die Plattenindustrie als Teufel. Ihre Platten hiessen "To Hell With The Lords" und "The Altamont Sin". Ihr aktuelles Album trägt im Titel die Zahl 666 (Midnight To 666), die Hausnummer des Antichristen.
Und so steht Jake Cavaliere, auch "Der Prediger" genannt, an seiner Heimorgel wie eine Übelkrähe und kräht schmutzige Songs wie "Soul For Sale". Es geht darum, das Böse mit beherzten Bannflüchen zu bannen und die gut gemeinte Rockmusik mit galligem Garagenrock. Die Lords Of Altamont tragen den Müll herunter!
Vorverkauf: petzitickets.ch

Pop-Chanson-Cabaret
Die Sängerin und Musikerin Gael Kyriakidis destilliert unter dem Namen Pony del Sol einen Pop-Repertoire an eingängigen, verführerischen Melodien, die ohne Scheu mit allen Styles flirten. Während die glasklare Stimme und die gebastelten Loops an Camille erinnern, denkt man bei dem Witz von manchen Liedern an Katerine.
„Ob sie an der Gitarre rockt oder am Klavier sitzt, mit ihren Augen tief in den Augen des Publikums, Pony besitzt eine irre Eleganz und einen subtilen Tiefgang.“
http://www.myspace.com/ponydelsol

rock
Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum melden sich THE DEAD nun im neuen Henkersgewand und mit dem vierten Album AT THE GRAVE INN im Gepäck von der Unterwelt zurück, um ihren ALPINE ROCK GARAGE ROLL in der Welt der Lebenden zu verkünden und sich die toten Seelen aus den Knochen zu tanzen.
With The Monsignores and DJ Vasek Tommy

punkpop/legenden
Vor genau 20 Jahren schlich sich ein Lied in die Schweizer Top Ten, das anders war als die übrigen Sommerhits: „Tubel Trophy“ von Baby Jail veräppelte einen damals viel beachteten Werbefeldzug einer Stammtischbruders im Dschungel. Der Refrain „Es isch emal en Tubel gsi“ setzte sich in den Köpfen der Nation fest, und Baby Jail waren über Nacht vom Geheimtipp zur Hitband geworden. Wer sich damals ab und zu in Musiklokalen herumtrieb, kannte Baby Jail allerdings schon
lange, denn das quirlige Quartett aus Zürich spielte seit Jahren landauf landab in ausverkauften Sälen. Der Hitparadenerfolg von „Tubel Trophy“ kam nicht völlig überraschend, hatten Baby Jail doch schon seit 1987 immer wieder Lieder veröffentlicht, die für eine stetig wachsende Fangemeinde zu Hymnen wurden.
Baby Jail verstanden sich ursprünglich als Punkband, waren aber auch oft und gerne auf unterhaltsamen Nebengeleisen unterwegs. Neben englisch und hochdeutsch gesungenen Rocksongs hatten sie Spottlieder in Mundart im Programm, die sie mit damals ungewohnten Instrumenten wie Handorgel und Blockflöte vortrugen. Und lange bevor es in Mode
kam, zwangen Baby Jail ihrem Publikum zwischendurch sogar Coverversionen von schrecklichen deutschen Schlagern auf. Dass die Band deswegen kaum in eine Schublade passte, war zwar nicht gerade verkaufsfördernd für ihre Alben, machte sie aber umso einzigartiger auf der Bühne. Die Konzerte von Baby Jail waren legendär, schweisstreibende Parties, an denen Publikum und Band sich gegenseitig alles abverlangten.
Zum 20jährigen Jubiläum von „Tubel Trophy“ haben sie endlich ein Einsehen und kommen für eine ganze Reihe von Konzerten zurück auf die Bühne. Sie werden die alten Heuler spielen, dazu ein paar neue Sachen, und – so wie man Baby Jail kennt – dürften auch ein paar Überraschungen mit dabei sein.
